eins – Wissenswertes im Advent – Teil eins.

Heute: Wann ist ein Wunsch ein Herzenswunsch, und wie wir ihn erkennen. 

Die Crux an Herzenswünschen liegt in der vorgelagerten Diagnostik, die sich bisweilen schwierig, bis unmöglich gestaltet. Äußerliche, wie innerliche Faktoren erschweren die Ortung, die Verwertung, die Übersetzung und damit schlussendlich auch die Erfüllung von Herzenswünschen. Gerade in Zeiten des Erwartens und Schenkens – z. B. Geburtstage, Jahrestage, Weihnachten – kommt es immer wieder zu Fehlinterpretationen des menschlichen Wunschverlangens. 

Darüberhinaus zeigt sich, in vielen Fällen des alltäglichen Lebens scheitert es bereits an der Definition von der Begrifflichkeit »Herzenswunsch«. 

Fallbeispiel 1: Das Baby, das im Kinderwagen liegt und schreit. Aufgrund der ohrenbetäubenden Dringlichkeitsvermittlung könnte es naheliegen, dass der aktuelle Herzenswunsch etwas mit fehlendem Schlaf, erwarteter oder überfälliger Mahlzeiten oder einer bis zur Oberkante vollgelaufenen Windel zu tun habe. Aber lässt sich da guten Gewissens von »Herzenswünschen« sprechen? Pädagogen, Eltern und der klare Menschenverstand sind sich mittlerweile einig: Nein – ein schreiendes Baby äußert keine Herzenswünsche, sondern einen Grundbedarf, den es unter allen Umständen zu erfüllen gilt. 

Und genau damit wird es kompliziert. Mit zunehmenden Alter verändern sich Grundbedürfnisse, es kommen sogar neue hinzu. 

Ab wann sprechen wir also von Herzenswünschen? Die Definition zu finden und zu benennen, ist bis heute unmöglich. Theorien besagen, dass das Fehlen eines oder mehrerer Grundbedürfnisse über einen längeren (unbestimmbaren) Zeitraum zu Herzenswünschen führen könnte. 

Da diese Theorie auf der Traurigkeitsskala von 1 bis 10 eine 12 bedeuten würde, geben sich Menschen im Allgemeinen und Experten im Besonderen damit selten zufrieden. 

Weitere Herausforderungen beim Orten, Übersetzen und Verwerten von Herzenswünschen stellen innergelagerte Gedanken, Zweifel oder Komplexe dar. 

  1. Diese Faktoren stören auf empfindlichste Weise das klare Äußern von Herzenswünschen.
  2. Sie tarnen echte Herzenswünsche hinter Grundbedürfnissen
  3. Sie zerdenken Herzenswünsche, was in manchen Fällen zu Scham über die eigene Person oder zur materiellen Kompensation führen kann (siehe dazu auch »Kaufrausch«)

In Fachkreisen werden diese Faktoren auch »Filzläuse« genannt. Denn bei genauer Betrachtung von Gedanken, Zweifeln oder Komplexen lässt sich schnell erkennen: mehr sind sie nicht. Ärgerliche kleine Biester, gegen die man allerdings schnell und effektiv vorgehen kann. 

Diese Erkenntnis führt leider noch nicht zum endgültigen Aufspüren von Herzenswünschen. 

Ein aus Jahrzehnten gewachsener Expertenpool arbeitet zur Zeit auf Hochtouren an einer Lösung des Problems. Ersten Probanden wurden (arterielle) Blutproben entnommen. Bis diese allerdings abschließende Laborwerte liefern und erfüllend ausgewertet werden können, lautet die Empfehlung des Bundesministeriums für Herzensangelegenheiten: Hören Sie bitte auf Ihr Blutrauschen und bekämpfen Sie Filzläuse, um Ansteckung zu vermeiden. 

Eine Antwort auf „eins – Wissenswertes im Advent – Teil eins.“

  1. Hollaho. Ich bin dafür den offiziellen Meapedia-Eintrag zu starten.
    Wichtige Begriffe wie „herzenswunsch“ können hier vom Fachpublikum nachgelesen werden. Danke Mea. Ich werde die Filzläuse gründlich enttarnen. Ein schöner Vorsatz auch fürs Neue Jahr.

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