Zauberfrage Gehirnzelle Transformation

Gedankenbrausen acht

DreiWorte von Greta: #Zauberfrage #Gehirnzelle #Transformation

Es war der Tag an dem wir zum ersten Mal aussprachen, dass ich seine Freundin bin und er mein Freund ist, und dass wir es eigentlich schon lange vorher waren.
Wir haben es nur nie ausgesprochen.

Es auszusprechen bedeutet eine unabwendbare Transformation einer Irgendwiebeziehung zu einem Versprechen. Danach gibt es kein Zurück auf Werkseinstellung. Gesagt ist gesagt, ausgesprochen bleibt ausgesprochen. Es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, Stellung zu beziehen, sich auf unbestimmte Zeit dem anderen im Öffentlichen und Inneren verbunden zu fühlen. Es bedeutet, mutig zu sein. Und die einzige große Zauberfrage im Zwischenmenschlichen bleibt, wer ist zuerst mutig.

Weiß jeder, kennt jeder, muss ich nicht ausführen.

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Schneegestöber Kakapo Stirnrunzeln

Gedankenbrausen sieben

DreiWorte von Tanja: #Schneegestöber #Kakapo #Stirnrunzeln

Es ist eine dieser Familienfeiern. Aufgeregtes Plaudern, ein gutes Essen und eigentlich sind alle beteiligten froh, wenn es irgendwann endlich wieder vorbei ist. Würde aber nie jemand laut sagen.
Ich, Single, schon immer ohne Anhang, sitze am Familientisch neben dem wütenden Kind, weil es sich anders nicht ergibt.
Diesen Platz an der Kaffeetafel finde ich gar nicht mehr so schlimm, seit es das wütende Kind seit anderthalb Jahren oder so gibt.
Wir mögen uns.
Bei seinem ersten Stirnrunzeln, als wir uns im Krankenhaus begegnet sind, wusste ich, dieses Kind ist der Kracher. Es ist grimmig, es ist laut, es ist eigentlich immer übel gelaunt und kennt keine Hemmungen, das voll und ganz auszukosten. Ich glaube das Kind wird, wenn es mal groß ist, Sadistin.
Wäre ok für mich.
Das wütende Kind spricht nicht viel, zu wenig wenn es nach der zunehmend besorgten Verwandtschaft geht.
Aber wenn es spricht, wird mir warm ums Herz. Es kann bisher ein einziges Wort.

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Freude Anstrengung Loslassen

Gedankenbrausen sechs

DreiWorte von Martina Hecht: #Freude #Anstrengung #loslassen

»Stell dir vor, du wärst das Mädchen mit dem roten Ballon«, sagt sie. Ihre Hand liegt dabei in meinem Rücken, als gehörte sie schon immer dahin.
»Aber ich bin ein Mann, kein Mädchen.« Einfach mal wieder Humor beweisen, im Angesicht meiner aktuellen Lage und meiner verheultverquollenen Augen. Ich möchte tapfer sein. Nase hochziehen und durch.
»Oar, echt jetzt? Du musst nichts beweisen, mir schonmal gar nicht, das weißt du?«
Ich nicke und weine weiter, noch ein wenig lauter als vorher.
»Gut so, lass es raus. Nimm dir deine Zeit und lass dir nicht immer von deinen Kumpels einreden, du müsstest endlich loslassen.«

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Abgrundtief Kotelett Komfortfunktion

Gedankenbrausen 5

DreiWorte von Matthias Hecht: #abgrundtief #Kotelett #Komfortfunktion

Als sich die Welt an diesem Tag an ihm vergriff, folgte er der Musik in die Abgrundtiefe.
Er fasste die Kopfhörer fester als den Entschluss.
Er fasste sich.
Er fasste sich und die Musik zusammen in einem Intim.
Und so betraten sie im Schutz der Abgrundtiefe das Draußen, er und die Musik. Es war die Strophe eins an diesem Tag.
Ein unausweichlicher Tanz Richtung Alltag. Es war nötig, es musste sein. Es ging nicht anders. Und jetzt war es ok.

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Gehirnfrost Windbeutel Firlefanzgeschenkgutschein

Gedankenbrausen – vier

DreiWorte von Stefan: #Gehirnfrost #Windbeutel #Firlefanzgeschenkgutschein

Bereits seit einigen Stunden saß er an seinem Schreibtisch und starrte fassungslos auf ein strafend leeres Dokument. Der Cursor wurde nicht müde, ihn anzuschreien. Je länger er auf diesen blinkenden Strich schaute, desto greller wurde er, desto lauter, desto schneller, desto drohender wurde es. »Mach, denk, schreib, los. Mach-denk-schreib-los! Machdenkschreiblos. MACHDENK…«

Doch sein Gehirn war kaputt.

Kaputt, auch so ein Wort, das rein überhaupt gar nichts in diesem Dokument zu suchen haben durfte.

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Trinkbrause Gedankenflausen Sause

Gedankenbrausen – drei

DreiWorte von Sandra Wolff: #Trinkbrause #Gedankenflausen #Sause

»Also auf einen Kaffee, das kann ja jeder«, sagt er und legt auf.
Da steh ich nun, sprachlos und gedankenverloren mit dem Telefon in der Hand. Ich bin einfach und endlich mal wieder perplex. Das erste Mal seit Monaten, seit letztem Februar, und dann gleich so ein Kracher? Zu schön, um wahr zu sein und doch bin ich irgendwie sicher, dass ich mich nicht verhört habe.
Ein Date. Schon morgen. Mit ihm. Ihm!
Ich kann nicht anders, ich begebe mich auf direktem Weg auf die Suche nach dem Haken. Da muss einer sein. Entschuldigung, aber ich kann nicht anders. Das ist ein mir ganz eigener Reflex.
Also rufe ich Thea an. Thea ist immer da wenn es darum geht mir etwas ein- oder gegebenenfalls auch auszureden. Sie bringt Ordnung, nein, eher Schwung und Chaos in meine Gedankenflausen. Meistens bereue ich nach wenigen Minuten Gespräch, dass ich sie gefragt oder auch nur informiert habe. Thea ist speziell. Und für all das und noch viel mehr liebe ich Thea.
Ich wähle ihre Nummer wie selbstverständlich, es ist die einzige Telefonnummer, die ich noch auswendig kenne.
Ihre Begrüßung ist von gewohnter Euphorie. Der Gesprächsverlauf vorhersehbar, weil wohltuend. Ich erzähl ihr alles, jedes Detail und ich bin bei niemanden sonst so sicher wie bei Thea, dass es sie wirklich interessiert. Eine sehr seltene Angewohnheit von Menschen, wie ich finde.
»Welche Farbe?«, fragt sie.
»Äh, wie bitte?«
»Na welche Farbe? Das ist wichtig. Konzentrier dich mal!«

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Bierbegleitende Speisen Kichererbsen Lachtabletten

Gedankenbrausen – zwei

DreiWorte von Lars Wege: #bierbegleitende Speisen #Kichererbsen #Lachtabletten

Ihre Mittagspause begann viel zu früh an diesem Tag. Wie einfach alles viel zu früh passierte, an diesem Tag. Wenn es einmal anfängt, viel zu früh zu sein, setzt sich das fort, bis es irgendwann zu spät ist. So ist das.
Sie war froh um jede Pause, die sie von ihrem Job machen konnte. Lächeln aus. Endlich. Sie brauchte diese Pause. Sie brauchte diese Pause viel zu früh.

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Globetrotter Kaminknistern Schnöselbratze

Gedankenbrausen – eins.

DreiWorte von Nicola Henselmann: #Globetrotter #Kaminknistern #Schnöselbratze

Kurt glaubte, das Feuer in seinem Kamin sei wütend, vielleicht über diesen hoffnungslos brennenden Zustand, vermutlich war es wütend auf ihn. Auf eine untrübliche Art schien es bockig zu sein, unzufrieden mit allem, vor allem mit der Aussicht. Die Aussicht auf ihn. Kurt, wie er da hockte, armselig in die Decke gehüllt, von Kopf bis Fuß gescheitert. Ja verdammt, dachte Kurt. Ich blicke ins Feuer, du blickst auf mich. Du bist das Feuer, Feuer. Ich bin, ich bin…

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