Zauberfrage Gehirnzelle Transformation

Gedankenbrausen acht

DreiWorte von Greta: #Zauberfrage #Gehirnzelle #Transformation

Es war der Tag an dem wir zum ersten Mal aussprachen, dass ich seine Freundin bin und er mein Freund ist, und dass wir es eigentlich schon lange vorher waren.
Wir haben es nur nie ausgesprochen.

Es auszusprechen bedeutet eine unabwendbare Transformation einer Irgendwiebeziehung zu einem Versprechen. Danach gibt es kein Zurück auf Werkseinstellung. Gesagt ist gesagt, ausgesprochen bleibt ausgesprochen. Es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, Stellung zu beziehen, sich auf unbestimmte Zeit dem anderen im Öffentlichen und Inneren verbunden zu fühlen. Es bedeutet, mutig zu sein. Und die einzige große Zauberfrage im Zwischenmenschlichen bleibt, wer ist zuerst mutig.

Weiß jeder, kennt jeder, muss ich nicht ausführen.

Was ich ausführen möchte ist, wieso es dazu kam. Wieso es endlich dazu kam, warum es ausgerechnet dann geschah und warum es nicht viel früher passierte.

»Juchhu!«, sagte er und verschwand mit einem Stapel frischer Bettwäsche im Schlafzimmer.
Ich klappte meinen Laptop zu, beendete was ich tat, nichts konnte gerade wichtiger sein, als seinem Juchhu auf den Grund zu gehen. Darum folgte ich ihm.
»Du sagst juchhu, verschwindest im Schlafzimmer, und beziehst jetzt das Bett. Möchtest du mir irgendwas mitteilen?«
Er kämpfte mit dem ersten Kopfkissen, schlug beherzt die Federn auf und schnappte sich Kissen zwei.
»Ja, natürlich«, sagte er auf seine ganz eigene Art. Ein Hauch von Abenteuer, eine Prise Geheimnis, ein Schwall Vorfreude. Er sah unfassbar schön aus, wenn er so gelaunt war.
»Ok, und was?« Ich wettete mit mir selbst, es käme einer seiner flotten Sprüche. Irgendwas mit nackt sein, nackt machen, so in der Art. Ich irrte mich. Das war ungewöhnlich.
»Es ist Neumondwoche. Ich weiß doch, was dir das bedeutet. Darum…« Er präsentierte in großen Gesten die frisch und fertig bezogenen Kopfkissen eins und zwei. »Du und deine Träume, ihr sollt es besonders gemütlich haben heute Nacht.«
Mein Herz und Hirn versuchten sich an einem Tango. Meine Gedanken brausten und bremsten sich nicht an meinen wie üblich verschrobenen, zweifelnden und wankenden Gehirnzellen, die immer so schrecklich voll vom Grübeln waren. Das Blutrauschen übernahm die Führung. Das Herzverschlagen führte alles in den richtigen Takt.
Ja, ich war gerührt. Tief berührt, um ehrlich zu sein. Dass er sich das gemerkt hatte? Dass er das wirklich gehört hatte? Damals.
Ich erzählte ihm getarnt beiläufig davon. Niemals vorher hatte irgendwer wirklich zugehört. Wenn ich das Wort Neumondträume aussprach, fühlte ich mich immer gleich dumm und esoterisch abgestempelt. Wenn währenddessen zufällig noch eine Räucherkerze brannte, selbst nur für den Geruch, nicht für ein Gefühl oder Ritual, dann war es augenblicklich vorbei.
Wenn ich mich jetzt zurückerinnere, bei ihm war es danach anders. Ich bekam dieses »Anders« aber nicht recht zu fassen.
Egal was war, egal für jetzt.
»Fass mal mit an«, sagte er und warf mir ein Ende unserer Bettdecke zu.
Ich schüttelte und fädelte den Bezug an meiner Seite, er an seiner.
»Ich hab mich den ganzen letzten Monat auf diese Neumondwoche gefreut. Seit du mir davon erzählt hattest. Ich möchte es unbedingt probieren. Mit dir.«
»Das habe ich nicht erwartet«, sagte ich.
Er sah mich an, während er die Bettdecke glatt streichelte.
»Das solltest du aber. Besonders von mir. Ich bin doch dein Freund.«
Tja, und damit war es ausgesprochen. Zum ersten Mal. Dass ich anschließend nachgelegt habe und ihm sagte, dass ich seine Freundin bin, ist total egal. Es kommt immer darauf an, dass jemand mutig ist und es zuerst ausspricht, ab dem Moment zählt es.
Es passierte in der Neumondwoche. Der perfekte Zeitpunkt. Dafür ist Neumond da. Dafür und für ganz besondere Träume. Tagbegleitende Träume von einer Gemütlichkeit, die sich gut zwischen Freund und Freundin und frischer Bettwäsche aussprechen lässt.

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