Freude Anstrengung Loslassen

Gedankenbrausen sechs

DreiWorte von Martina Hecht: #Freude #Anstrengung #loslassen

»Stell dir vor, du wärst das Mädchen mit dem roten Ballon«, sagt sie. Ihre Hand liegt dabei in meinem Rücken, als gehörte sie schon immer dahin.
»Aber ich bin ein Mann, kein Mädchen.« Einfach mal wieder Humor beweisen, im Angesicht meiner aktuellen Lage und meiner verheultverquollenen Augen. Ich möchte tapfer sein. Nase hochziehen und durch.
»Oar, echt jetzt? Du musst nichts beweisen, mir schonmal gar nicht, das weißt du?«
Ich nicke und weine weiter, noch ein wenig lauter als vorher.
»Gut so, lass es raus. Nimm dir deine Zeit und lass dir nicht immer von deinen Kumpels einreden, du müsstest endlich loslassen.«

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Abgrundtief Kotelett Komfortfunktion

Gedankenbrausen 5

DreiWorte von Matthias Hecht: #abgrundtief #Kotelett #Komfortfunktion

Als sich die Welt an diesem Tag an ihm vergriff, folgte er der Musik in die Abgrundtiefe.
Er fasste die Kopfhörer fester als den Entschluss.
Er fasste sich.
Er fasste sich und die Musik zusammen in einem Intim.
Und so betraten sie im Schutz der Abgrundtiefe das Draußen, er und die Musik. Es war die Strophe eins an diesem Tag.
Ein unausweichlicher Tanz Richtung Alltag. Es war nötig, es musste sein. Es ging nicht anders. Und jetzt war es ok.

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Gehirnfrost Windbeutel Firlefanzgeschenkgutschein

Gedankenbrausen – vier

DreiWorte von Stefan: #Gehirnfrost #Windbeutel #Firlefanzgeschenkgutschein

Bereits seit einigen Stunden saß er an seinem Schreibtisch und starrte fassungslos auf ein strafend leeres Dokument. Der Cursor wurde nicht müde, ihn anzuschreien. Je länger er auf diesen blinkenden Strich schaute, desto greller wurde er, desto lauter, desto schneller, desto drohender wurde es. »Mach, denk, schreib, los. Mach-denk-schreib-los! Machdenkschreiblos. MACHDENK…«

Doch sein Gehirn war kaputt.

Kaputt, auch so ein Wort, das rein überhaupt gar nichts in diesem Dokument zu suchen haben durfte.

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Trinkbrause Gedankenflausen Sause

Gedankenbrausen – drei

DreiWorte von Sandra Wolff: #Trinkbrause #Gedankenflausen #Sause

»Also auf einen Kaffee, das kann ja jeder«, sagt er und legt auf.
Da steh ich nun, sprachlos und gedankenverloren mit dem Telefon in der Hand. Ich bin einfach und endlich mal wieder perplex. Das erste Mal seit Monaten, seit letztem Februar, und dann gleich so ein Kracher? Zu schön, um wahr zu sein und doch bin ich irgendwie sicher, dass ich mich nicht verhört habe.
Ein Date. Schon morgen. Mit ihm. Ihm!
Ich kann nicht anders, ich begebe mich auf direktem Weg auf die Suche nach dem Haken. Da muss einer sein. Entschuldigung, aber ich kann nicht anders. Das ist ein mir ganz eigener Reflex.
Also rufe ich Thea an. Thea ist immer da wenn es darum geht mir etwas ein- oder gegebenenfalls auch auszureden. Sie bringt Ordnung, nein, eher Schwung und Chaos in meine Gedankenflausen. Meistens bereue ich nach wenigen Minuten Gespräch, dass ich sie gefragt oder auch nur informiert habe. Thea ist speziell. Und für all das und noch viel mehr liebe ich Thea.
Ich wähle ihre Nummer wie selbstverständlich, es ist die einzige Telefonnummer, die ich noch auswendig kenne.
Ihre Begrüßung ist von gewohnter Euphorie. Der Gesprächsverlauf vorhersehbar, weil wohltuend. Ich erzähl ihr alles, jedes Detail und ich bin bei niemanden sonst so sicher wie bei Thea, dass es sie wirklich interessiert. Eine sehr seltene Angewohnheit von Menschen, wie ich finde.
»Welche Farbe?«, fragt sie.
»Äh, wie bitte?«
»Na welche Farbe? Das ist wichtig. Konzentrier dich mal!«

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Bierbegleitende Speisen Kichererbsen Lachtabletten

Gedankenbrausen – zwei

DreiWorte von Lars Wege: #bierbegleitende Speisen #Kichererbsen #Lachtabletten

Ihre Mittagspause begann viel zu früh an diesem Tag. Wie einfach alles viel zu früh passierte, an diesem Tag. Wenn es einmal anfängt, viel zu früh zu sein, setzt sich das fort, bis es irgendwann zu spät ist. So ist das.
Sie war froh um jede Pause, die sie von ihrem Job machen konnte. Lächeln aus. Endlich. Sie brauchte diese Pause. Sie brauchte diese Pause viel zu früh.

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Globetrotter Kaminknistern Schnöselbratze

Gedankenbrausen – eins.

DreiWorte von Nicola Henselmann: #Globetrotter #Kaminknistern #Schnöselbratze

Kurt glaubte, das Feuer in seinem Kamin sei wütend, vielleicht über diesen hoffnungslos brennenden Zustand, vermutlich war es wütend auf ihn. Auf eine untrübliche Art schien es bockig zu sein, unzufrieden mit allem, vor allem mit der Aussicht. Die Aussicht auf ihn. Kurt, wie er da hockte, armselig in die Decke gehüllt, von Kopf bis Fuß gescheitert. Ja verdammt, dachte Kurt. Ich blicke ins Feuer, du blickst auf mich. Du bist das Feuer, Feuer. Ich bin, ich bin…

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sechzehn – Eine verblüffende Geschichte

verblüffende Geschichte

#Punk #Liebe #Locken

Konstantin wusste schon immer eine gute Locke zu schätzen, sobald er eine während seiner Morgenroutine vor dem Spiegel entdeckte. . Dann schob er seinen Zeigefinger hinein, zwirbelte sie einmal im Uhrzeigersinn und beobachtete ganz genau in welche Richtung sie zurück an seinen Kopf sprang. Normalerweise postete er danach ein Selfie mit Fokus auf diese Locke auf Instagram. 

An diesem MontagMorgen hatte er allerdings keine Zeit dafür, denn er wollte dringend in die Bäckerei. Er war mit einer wundervollen Frau zum Frühstücken verabredet, wie jeden Montag seit ein paar Wochen. Wie es zu dieser Verabredung kam und was seine Locken damit zu tun hatten, war eine verblüffende Geschichte. 

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fünfzehn – bedrohliche Weihnachtstage

bedrohliche Weihnachtstage

#Krümelmonster #Schneeexplosion #Kaminfeuergeruch

Bedrohliche Weihnachtstage

Der kleine Max hatte die Schnauze gestrichen voll. Von allem, von jedem, vom Kindergarten. Die Weihnachtstage verschlimmerten es noch. Ständig Termine. Ständig Verpflichtungen. Immer ein auf Liebkind machen. Hätte er gewusst, was ein Burnout ist, hätte er sich deswegen krankschreiben lassen. Da er diese Option nicht hatte, eskalierte er. Am liebsten im Supermarkt. Aber auch beim Adventssingen mit der Familie, beim Krankenbesuch bei Tante Herta, während der Gute-Nacht-Geschichte vor dem Schlafen gehen. Halt bei jeder Gelegenheit, zu jeder Zeit, und eben auch an allen Orten, zu denen seine Eltern ihn gegen seinen Willen mitschleppten. 

Er könne nicht allein bleiben. Noch nicht. Dafür sei er zu klein. Sagten sie. 

Pah, dachte er. Die haben doch keine Ahnung. Ich bin schließlich schon fünf. Einhalb! 

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